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ÖRT in Aalborg: Räumliches Denken trifft Ökobilanzierung
01.10.2026
Vom 15. bis 18. September 2026 haben Mitglieder des ÖRT-Lehrstuhls am Kurs „Regionalized Life Cycle Impact Assessment (LCIA)" in Aalborg, Dänemark, teilgenommen. Der Kurs brachte Forschende aus ganz Europa zusammen, die sich gemeinsam für die Weiterentwicklung der räumlichen Dimension der Ökobilanzierung (Life Cycle Assessment, LCA) interessieren.
Ein zentraler Gedanke des Kurses war, dass Umweltwirkungen nicht nur davon abhängen, was emittiert oder verbraucht wird, sondern auch davon, wo diese Eingriffe stattfinden. Die regionalisierte Wirkungsabschätzung (LCIA) zielt darauf ab, solche räumlichen Unterschiede besser abzubilden und so eine geografisch repräsentativere Bewertung von Umweltwirkungen zu ermöglichen.
Im Kurs wurden theoretische Diskussionen mit praktischen Übungen in Python und Brightway sowie der Erweiterung „edges" verbunden. Wir haben untersucht, wie sich räumliche Informationen in LCA-Modelle integrieren lassen, und anhand konkreter Beispiele mit regionalisierter Wirkungsabschätzung gearbeitet. Der Kurs bot die Gelegenheit, über konventionelle LCA-Berechnungen hinauszugehen und die Möglichkeiten wie auch die Herausforderungen besser zu verstehen, die sich aus der Berücksichtigung unterschiedlicher Szenarien und geografischer Details in der Ökobilanzierung ergeben.
Ebenso wertvoll wie das technische Lernen war der Austausch mit Forschenden verschiedener europäischer Institutionen und Universitäten. In der gemeinsamen Arbeit, in Diskussionen über unterschiedliche Ansätze und im Erfahrungsaustausch haben wir neue Perspektiven darauf gewonnen, wie Regionalisierung in der LCA-Community angewendet und weiterentwickelt wird.
Aus Aalborg sind wir mit neuem methodischem Wissen, praktischer Erfahrung und neuen Kontakten in der europäischen LCA-Forschungsgemeinschaft zurückgekehrt – und mit vielen Ideen, wie räumliches Denken auch unsere eigene Arbeit am ÖRT bereichern kann.
Text/Foto: Afsoon Mansouri Aski